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Kurzgefasste
Geschichte des Marktes Painten
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Entwicklung im 14. Jahrhundert
Im 14. Jahrhundert nahm Painten
eine Entwicklung, hinter der eine planmässige Aufwertung des Ortes
vermutet werden darf. Aus einem Maierhof von 1326 gingen 48 Hofstätten
hervor, eine Anzahl, die die durchschnittliche Grösse spätmittelalterlicher
Dörfer weit übersteigt (2). Die für diese 48 Anwesen bezeugte
geringe Ausstattung mit Ackerland und die ansonsten auf dem Lande unübliche
Trennung von Haus und Grundstücken, deutet an, dass mit dem Ausbau
Paintens von Anfang an eine andere Absicht verfolgt wurde als die Anlage
eines durchschnittlichen Dorfes.(2)
Marktfreiheit
In einem Scharwerksvertrag aus
dem Jahre 1500 werden für Painten erstmals Marktfreiheiten
bezeugt.(3) Aufgrund der beschriebenen Entwicklung des Ortes im späten
14. Jahrhundert ist denkbar, dass diese Marktrechte bereits zu jener Zeit
erlangt wurden. Einen Einblick in die alte Paintner Gemeindeverfassung
gibt eine Ehehaftordnung aus dem Jahre 1585
Painten kommt zum Herzogtum
Pfalz-Neuburg
In Folge des Bayerischen Erbfolgekrieges,
der einerseits zur Zusammenführung der Herzogtümer Bayern - München
(Oberbayern) und Bayern - Landshut (Niederbayern) führte, wurde 1505
das Herzogtum Pfalz-Neuburg mit der Residenzstadt Neuburg an der Donau
gegründet. Diesem neuen Territorium wurde auch der gesamte Tangrintel
zugeteilt. Painten wurde somit nach genau 200 Jahren wieder aus Oberbayern
ausgegliedert und war für die nächsten 303 Jahre pfalz-neuburgisch.
Die damalige Grenze zu Bayern verlief auf der Höhe des "Meixner Strassls",
dort wo später bis 1972 die Grenze zwischen der Oberpfalz und Niederbayern
verlief.
Pfarrei Painten
Ursprünglich gehörte
Painten zur Pfarrei Hemau. Ab dem Jahre 1542 betrieb Pfalzgraf Ottheinrich
die Einführung der lutherischen Reformation im Fürstentum Pfalz-Neuburg.
Im Zuge der Reformation wurde Painten selbständige Pfarrei und blieb
es auch nach der um 1618 erfolgten Rekatholisierung(4). Zeitweise gehörte
auch Aichkirchen als Filiale zur Pfarrei
Painten.
Salzstrasse und Mautstation
Spätestens Ende des 14. Jahrhunderts
wurde Painten zum bedeutendsten Ort auf dem Tangrintel nach der Stadt Hemau.
Dies hatte wohl mehrere Ursachen. Eine davon dürfte die Lage an der
Salzstrasse sein, die damals von Salzburg über Landshut und Kelheim
kommend über Painten und Hemau weiter nach Neumarkt und Nürnberg
führte. Mit der im 14. Jahrhundert erstarkten Reichsunmittelbarkeit
Regensburgs, hatte eine Fernstrasse, mit der man auf dem Weg nach Norden
Regensburg umgehen konnte, für die bayerischen Herzöge grosse
wirtschaftliche Bedeutung bekommen. Painten dürfte zur Sicherung der
Strecke zwischen dem Donauübergang Kelheim und Hemau ausgebaut worden
sein.
Mit der Grenzziehung zwischen Bayern und der Pfalz-Neuburg im Jahre 1505 büßte diese Fernstrasse einiges an Bedeutung ein, da die bayerischen Salz- und anderen Transporte nun von Kelheim kommend zunehmend durch das Altmühltal weiterzogen und vor allem auch der Donauübergang bei Neustadt eine immer stärkere Konkurrenz zu Kelheim wurde.
Diese etwa ab 1510 dokumentierte Entwicklung war einem weiteren Aufschwung Paintens wie auch Hemaus sicher abträglich.
Andererseits machte die neue politische Grenze Painten ab 1505 zum Grenzort, der mit einer Mautstation ausgestattet wurde.
Forstwirtschaft und Eisengewinnung
Weitere wirtschaftliche Bedeutung
kam Painten durch den Paintner Forst zu, der bereits im Jahre 1293 nach
dem Ort selbst benannt wurde (s.o.). Spätestens durch die von Pfalzgraf
Philipp Ludwig in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts betriebene
und neu organisierte Forstwirtschaft dürfte Painten eine zunehmende
Rolle bei der Ausbeutung und Nutzung des Forsts gespielt haben. Painten
war nachweislich ab 1515 für ca. 300 Jahre Sitz eines Forstmeisteramtes,
das dem pfalzneuburgischen Oberforstmeisteramt in Wölland bei Burglengenfeld
unterstellt war.
Der Paintner Forst versorgte die Eisenhämmer an Laber und Altmühl mit Holz und Holzkohle, genauso wie die später aufkommende Glasproduktion, für die der Wald zusätzlich noch den wichtigen Rohstoff Pottasche lieferte.
Überhaupt wurde der Wald intensiver bzw. vielseitiger genutzt, als es heute der Fall ist. Zu den Holzhauern (Bis zum Dreißigjährigen Krieg erscheint in Painten noch der Familienname Scheittenhauer), Köhlern und Aschenbrennern, Pechlern und Pechsiedern, die damals in Painten ansässig waren, kamen noch weitere Berufe wie Schindelmacher, Holzschuhmacher, und Vogelfänger, die ebenfalls vom Wald lebten.
Noch wenig erforscht ist, welche Bedeutung die Gewinnung und Verhüttung von Eisenerz letztlich für Painten hatten. Nachweise für Eisengewinnung in der näheren Umgebung gibt es bis in die Keltenzeit zurück. In einer Beschreibung des Paintner Forsts aus dem Jahre 1616 finden sich noch Hinweise für die Gewinnung von Eisen bei Painten.
Glashütte
Im Jahre 1630 ist in Painten erstmals
eine Glashütte belegt (5). Eine weitere Erwähnung eines "Glassoffens"
in Painten selbst datiert aus dem Jahre 1650.(6)
1665 erfolgte dann die Gründung der Glashütte Rothenbügl (7), die dort kontinuierlich bis in das späte 19. Jahrhundert existierte und mit einer weiteren Verlegung nach Kleinwalddorf sogar bis in das frühe 20. Jahrhundert heraufreicht.
Schmalkaldischer Krieg
Im Schmalkaldischen Krieg (1546/7)
wurden Painten so nachhaltige Zerstörungen zugefügt, dass diese
zur vorübergehenden Preisgabe der Marktrechte führten. Letztere
wurden im Jahre 1576 durch Pfalzgraf Philipp Ludwig erneuert und erweitert.
Gleichzeitig erhielt Painten das noch heute gültige Wappen und wurde
"landständisch", d.h. der Markt Painten war in der "Landschaft", dem
ständischen Parlament des Herzogtums Pfalz-Neuburg, vertreten.
30-jähriger Krieg
Im Dreißigjährigen Krieg
(1618 – 1648) hat auch Painten schweren Schaden genommen. 40 von damals
81 Anwesen wurden niedergebrannt (wahrscheinlich im Oktober 1633) und erst
nach Jahrzehnten wieder aufgebaut . Die Bevölkerung, die vor dem grossen
Krieg knapp 600 Personen zählte, wurde durch Krieg, Vertreibung und
den Pestzug von 1634 auf etwa die Hälfte dezimiert.
Die heute zur Marktgemeinde gehörende ehemalige Hofmark Maierhofen ereilte ein ähnliches Schicksal.
Wiederaufbau und langsame
Erholung
Wie viele andere Orte erholte sich
auch Painten nur sehr langsam von den verheerenden Auswirkungen des Dreißigjährigen
Kriegs. Im Jahre 1835 zählte Painten immerhin erst 125 Anwesen und
erreichte erst damals wieder die Bevölkerungszahl, die es zuletzt
vor den Schicksalsjahren 1633/34 gehabt hatte.
Feuersbrunst 1899
Durch eine Feuersbrunst wurde Painten
am 14. Mai 1899 vermutlich der größte Schaden nach dem Dreißigjährigen
Krieg zugefügt. Neben der Pfarrkirche fielen dem Feuer 25 Wohnhäuser
und 40 Nebengebäude zum Opfer. Ein halb verkohltes Kreuz in der Pfarrkirche
St. Georg zeugt noch heute von jenem denkwürdigen Sonntag.
Entwicklungen im 20. Jahrhundert
· 1907/08: Bau der Wasserleitung;
· 1922/23: Anschluss an
die elektrische Stromversorgung;
· 1945/46: Aufnahme von
ca. 200 Heimatvertriebenen aus Schlesien und dem Sudetenland;
· 1946: Die Gemeinde Rothenbügl
wird nach Painten eingegliedert;
· 1972: Gebietsreform Teil
1: Painten kommt zum Landkreis Kelheim und damit zu Niederbayern. Die Gemeinde
Neulohe (mit Maierhofen) wird eingegliedert, ebenso die zur ehemaligen
Gemeinde Klingen gehörigen Orte Berg, Mantlach und Netzstall.
· 1978: Gebietsreform Teil
2: Painten wird zwangsweise in eine Verwaltungsgemeinschaft mit Ihrlerstein
und dem Markt Essing eingegliedert.
· 1980: Zum 1. Januar 1980
erlangt die Marktgemeinde Painten ihre volle Selbständigkeit
zurück.
· 1995/96: Bau eines neuen
Rathauses;
Autor: Georg Paulus, Kapellenstr. 22, 86558 Hohenwart,
georg.paulus@gmx.de
