|
Die Geschichte
des Forstmeisteramts Painten
|
|
Painten war Jahrhunderte lang Sitz eines Forstamts. Dass der Paintner Forst in der Geschichte unseres Ortes eine große Rolle gespielt hat, ist unbestritten. Seine Bedeutung wird auch daran erkennbar, dass Painten über mehrere Jahrhunderte selbst Sitz eines Forstamts war.
Erste Belege für die Existenz eines Forstamts in Painten (damalige Bezeichnung: Forstmeisteramt) finden sich in Dokumenten aus dem Jahre 1515. Es gibt aber Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, dass die Einrichtung dieser Behörde in Painten bereits lange vor jener Zeit erfolgt war. Der Leiter des damaligen Forstmeisteramts wurde als Forstmeister bezeichnet. Der erste namentlich nachgewiesene Forstmeister in Painten war ein Hans Dachs (1515).
Das Paintner Forstmeisteramt war unmittelbar dem Oberforstmeisteramt in Wölland (bei Burglengenfeld) unterstellt, über dem dann nur noch die obersten herzöglichen Behörden in der Residenzstadt Neuburg standen.
Das Einzugsgebiet des Forstmeisteramts Painten
Das Einzugsgebiet des Forstmeisteramts Painten wird aus einem so genannten
Forsthaferverzeichnis ersichtlich, das für die Jahre 1612 und 1717 vorliegt.
In diesen Dokumenten sind nicht weniger als 83 Dorfschaften, Weiler und Einöden
aufgelistet, die Naturalabgaben an den Paintner Forstmeister zu leisten hatten.
Das Verzeichnis umfaßt nahezu alle Ortschaften des damaligen Pflegamtes
Hemau, aber auch Orte bis jenseits der Laber im Pflegamt Laaber gelegen,
dazu noch einige Ortschaften in der Herrschaft Breiteneck und in den Landgerichten
Dietfurt und Kelheim.
Unter dem Paintner Forstmeister taten jeweils mehrere Förster Dienst,
die ihren Sitz in Painten selbst sowie in Langenkreith hatten. Nach der Forstrechnung
des Oberforstmeisters auf dem Nordgau aus dem Jahre 1702 unterstanden dem
Forstmeisteramt Painten damals auch der Oberförster in Beratzhausen
sowie die Förster in Laaber, Lupburg und Velburg.
1770 erfolgte die Verlegung nach Maierhofen.
Im Jahre 1770 trat Anton Wilhelm von Fabris als vorletzter Paintner Forstmeister,
von denen über 20 namentlich überliefert sind, seinen Dienst an.
Er erwarb das Schloß und die Hofmark Maierhofen und bewirkte damit
die Verlegung des Amtssitzes nach Maierhofen. 1796 gehörten dem Forstmeisteramt
Painten folgende Bedienstete an: Forstmeister Anton von Fabris, ein Oberförster,
ein Unterförster, ein Forstknecht, sowie ein Amtsforster in Langenkreith.
1803 wurde das Forstmeisteramt aufgelöst.
Das Paintner Forstmeisteramt bestand bis 1803, als es im Zuge einer bayernweit
durchgeführten völligen Neuorganisation der Forstverwaltung aufgelöst
wurde. Wenn man sich vergegenwärtigt, welche überragende wirtschaftliche
Bedeutung der Forst für Painten in früheren Jahrhunderten hatte,
dann wird deutlich, dass Painten mit dem Forstmeisteramt eine Einrichtung
verlor, die wohl über mehr als drei Jahrhunderte hinweg prägenden
Einfluß auf die Entwicklung des Ortes gehabt hatte.
Die Verwaltung des Paintner Forsts wurde nunmehr der neu gegründeten Oberförsterei Hemau unterstellt. In Painten verblieben lediglich ein Revierförster und ein Forstwart. Die 1803 in Hemau eingerichtete Behörde war allerdings auch nur von kurzem Bestand. Bereits 1822 wurde auch diese wieder aufgelöst, und das Forstrevier Painten kam nun zum Forstamt Kelheim, bei dem es bis 1853 verblieb. Danach erfolgte eine weitere Umgliederung in das neu geschaffene Forstamt Regensburg. Erst ab dem Jahre 1885 kehrte mit der Gründung des Forstamts Riedenburg, dem der Paintner Forst nun zugeteilt wurde, wieder Kontinuität ein.
Painten als Aussenstelle des Forstamts Riedenburg
Mit der Schaffung des Forstamts Riedenburg erfuhr das Forstrevier Painten
vorübergehend wieder eine gewisse Aufwertung. In Painten wurde eine
Aussenstelle des Forstamts eingerichtet, die mit einem sogenannten Forstassessor
besetzt wurde. Es folgte eine Reihe von zehn namentlich bekannten Forstassessoren,
die in Painten von 1885 bis 1939 ihren Dienst taten. Diese haben sich sogar
in einem Flurnamen niedergeschlagen: Ältere Paintner werden sich noch
an die „Assessor-Wiese“ erinnern, die neben dem ehemaligen Forsthaus am Eichelbergweg
lag und heute überbaut ist. Die Forstamtsaussenstelle Painten wurde
1944 aufgelöst. Seither unterstehen die Paintner Forstbeamten direkt
dem Forstamt Riedenburg.
Autor: Georg Paulus, Kapellenstr. 22, 86558 Hohenwart,
georg.paulus@gmx.de